Glasklare Luft am Arbeitsplatz
Die EuropTec Gruppe ist ein international tätiges High-Tech- Unternehmen für die technische Glas- und Kunststoffverarbeitung. Der Standort Oftringen (AG) konzentriert sich im Bereich Glasverarbeitung auf die Produktion kundenspezifischer Teile wie z.B. HiFi- und Bildschirmvorsatzscheiben, Liftpaneele oder Armaturenabdeckgläser für die Automobilindustrie. Beim zweiten Standbein, der Kunststoffverarbeitung, werden z.B. Instrumente- und Implantateschalen, aber auch Scheiben für Seilbahnkabinen oder Maschinenverkleidungen hergestellt. Von den 90 Mitarbeitenden sind ein Viertel in der Administration und der Verwaltung tätig, die übrigen arbeiten in der Produktion.
EuropTec Oftringen hat sich bei der Aktion «arbeitsplatz.rauchfrei.» in der Kategorie Silber angemeldet. Gemäss Geschäftsführer Andreas Jenny wird der Betrieb bis Ende 2006 schrittweise komplett rauchfrei. Die einzige Ausnahme bilden die klar abgetrennten Raucherräume.
Der Gesundheitsschutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war laut Jenny der Hauptgrund für die geplante Umstellung. Ein weiterer Grund liegt in der Arbeitsplatzhygiene. Jenny sagt, dass sich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Rauch und an den zu Aschenbechern umfunktionierten Cafébechern störten. Als Problemzonen im Betrieb bezeichnet er Garderoben, Toiletten, Pausenräume und Kantinen. Dass sich das Rauchen negativ auf die Produktivität des Betriebs auswirke, sei lediglich ein Nebenaspekt für die Umstellung gewesen, sagt Jenny.
Auch die Belegschaft der EuropTec will laut Jenny den rauchfreien Betrieb. Ein schrittweises und umsichtiges Vorgehen bei der Umsetzung zum rauchfreien Betreib hat die Akzeptanz bei den Raucherinnen und Rauchern zu diesem Thema stark erhöht. Jenny involvierte für dieses Projekt zuerst die Betriebskommission (BEKO), zu deren Mitgliedern auch starke Raucher zählen, und liess mit tatkräftiger Unterstützung durch die Personalverantwortliche, die BEKO Vorschläge für die Umstellung erarbeiten.
Die Belegschaft wurde von Beginn weg an den monatlichen Betriebsversammlungen über die geplanten Regelungen wie auch über die schrittweise Umstellung zum rauchfreien Betrieb informiert. Schon seit Juli 2006 sorgen die neuen Regeln an den Arbeitsplätzen für glasklare Luft. Danach werden schrittweise bis anfangs Dezember 2006 die weiteren Räume rauchfrei. Diese Regelung wird übrigens auch auf die Besucher angewandt.
Auch die rund 15 zum Teil starken Raucher akzeptieren die geplante Umstellung. Einige hat der Schritt dazu bewogen, selbst den Rauchstopp zu versuchen. EuropTec unterstützt sie dabei, indem sie eine zeitlich befristete «Rauch-Stopp»-Aktion fördert, bei der während maximal zwölf Wochen Nicotinkaugummis, Nikotinpflaster oder homöopathische Sprays stark vergünstigt abgegeben werden; die Kosten gehen fast ausschliesslich zu Lasten der Firma. Um das Gesundheitsbewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter zu fördern, offeriert die Firma zudem Äpfel oder andere Früchte vom Frischhändler.
Dass die Akzeptanz der Umstellung bei der EuropTec schon vor der Umsetzung so hoch ist, führt Jenny ganz wesentlich auf diese «Rauch-Stopp»-Angebote für die Rauchenden zurück: «Ob jemand raucht oder nicht, ist seine Entscheidung. Raucher sollten während Ihrer Freizeit nicht diskriminiert werden, sich aber am Arbeitsplatz in klar definierten Grenzen dem Mehrheitswillen der Arbeitskollegen unterordnen müssen». Diese freiheitliche Grundhaltung zeige sich auch an der ansprechenden Gestaltung der Raucherbereiche im geplanten Neubau.
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